Geld. Macht. Glaube.

Europäisches Hansemusem

Datum:

07. September - 26. November 2017
10:00-20:00 Uhr

Ort:

Europäisches Hansemuseum, An der Untertrave 1, 23552 Lübeck

Das Europäische Hansemuseum lädt zu einer Ausstellung im Rahmen des Reformationsjubiläums ein:

Eine Sonderausstellung zum Thema Reformation und Wirtschaft im Europäischen Hansemuseum Lübeck, vom 7.9. bis 26.11.2017

Als vor 500 Jahren mit der Reformation die Einheit der Christenheit zerbrach, hatte dies auch für das Wirtschaftsleben Europas enorme Konsequenzen. Denn Geld und Glaube waren untrennbar miteinander verflochten. Das Europäische Hansemuseum greift 2017 mit seiner Sonderausstellung „Geld. Macht. Glaube“ diese ökonomischen Aspekte der Glaubensspaltung auf und widmet sich damit einem bislang wenig betrachteten Teil der europäischen Geschichte. Schon beim Ablasshandel ging es Anfang des 16. Jahrhunderts bekanntermaßen ums Geld. Während sich die Gläubigen von ihren Sünden freikaufen wollten, rieben sich römische Kirche und zahlreiche Fürsten angesichts der enormen Einnahmen die Hände. Mit der Reformation begann zugleich der Streit um den wertvollen Besitz der Kirche: Wem gehörten eigentlich die Klöster und die vielen anderen Immobilien der Kirche? Was sollte aus dem Schatz der Kirchen werden? Dieser Streit wurde zwischen dem protestantischen und katholischen Lager gerade in Deutschland erbittert geführt – es ging um viel Geld.

Die Ausstellung hat sich der europäischen Perspektive verschrieben, denn der Kontinent erlebte zahlreiche Reformationen, und früh waren Religionsflüchtlinge eine europäische Realität. Diese Fluchtbewegungen veränderten ihrerseits wieder die Wirtschaftswelt: Migranten brachten technisches Knowhow in ihre neue Heimat, manche Herrscher setzen aus ökonomischer Vernunft auf eine intelligente Einwanderungspolitik, andere auf strikte Abschottung. Zuweilen gab es einen regelrechten Wettbewerb: Welches Land bot bessere Produktionsbedingungen, wo konnte sich der Handel freier entwickeln? War es also letztlich ein ökonomischer Pragmatismus, der religiösen Dogmatismus zu überwinden half? Stand so gesehen der Kaufmann am Anfang einer religiösen Toleranz, die schließlich die Aufklärung zum politischen Ziel erhob? Mit diesen Fragen lenkt die Sonderausstellung den Blick auf die Gegenwart, in der neue religiöse Konflikte die Menschen wieder voneinander zu trennen scheinen.

Europäisches Hansemuseum
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