Anmerkungen zu ihrer Geschichte und heutigen Bedeutung

 

1. Von Martin Luther zu Martin Luther King
Die Reformation ist nicht nur ein kirchliches Ereignis gewesen, sondern sie hat auch erhebliche gesellschaftliche, kulturelle und politische Konsequenzen gehabt. Sie ist auch nicht auf Deutschland beschränkt geblieben, sondern sie ist ein Ereignis von europäischem Rang. Wenn heutzutage von der Reformation sogar als „Weltbürgerin“ gesprochen wird, so zeigt sich daran ihr Anspruch, nationale und kulturelle Grenzen zu überwinden und auf die lutherischen Stimmen aus Übersee zu hören. Die Reformation gehört nicht allein den Deutschen. Sie vermag zeitlich wie inhaltlich eine Brücke von Martin Luther bis hin zu Martin Luther King zu schlagen. Sie ist nicht nur eine Auseinandersetzung mit der römischen Kirche gewesen, sie ist auch nicht bei Luther stehen geblieben, sondern sie hat zu vielen weiteren christlichen Konfessionen geführt. Vielfalt ist ein Kennzeichen der Reformation. Diese Vielfalt mag man als Aufspaltung  beklagen, aber sie ist ein Faktum. Die nachkatholischen Kirchen berufen sich – auf je unterschiedliche Weise - auf das Erbe der Reformation. Es gibt eben nicht nur Lutheraner und Reformierte, sondern darüber hinaus viele weitere christliche Konfessionen und Glaubensgemeinschaften wie Anglikaner, Methodisten, Presbyterianer, Baptisten oder die Pfingstgemeinden. Name, Person und Wirken Martin Luther Kings aber demonstriert die enge Verbundenheit mit dem Erbe der Reformation.   

Untrennbar mit der Reformation verbunden ist der 31. Oktober 2017 ‚feiern’ oder – je nach Sichtweise – ‚begehen’ wir die 500. Wiederkehr des berühmten Thesenanschlags Martin Luthers an der Schlosskirche zu Wittenberg. Unabhängig von seiner Historizität gehört dieses Ereignis – ähnlich wie der Auftritt Luthers auf dem Reichstag zu Worms 1521 – zu den Gründungsmythen der deutschen Geschichte. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass der Staat von sich aus ein Eigeninteresse an Veranstaltungen und Initiativen zum Reformationsjubiläum hat. Die Renovierung der Lutherstätten (wie jetzt jüngst die Wiedereröffnung der Schlosskirche zu Wittenberg), mehrere Großausstellungen und weitere Veranstaltungen wie auch die Tatsache, den 31. Oktober 2017 einmalig zu einem nationalen Feiertag zu erheben, zeigen das gesamtgesellschaftliche Interesse an der Reformation. Die Reformation gehört nicht allein den Kirchen.

 

2. Das Reformationsjubiläum aus Sicht des Staates
Die staatliche und kulturpolitische Seite kann klar benennen, worin sie das bis heute gültige Erbe der Reformation sieht: Luther hat – erstens – durch seine Bibelübersetzung wesentlich zur Ausbildung der deutschen Sprache beigetragen. Mit seiner Sprachgenialität hat er für Jahrhunderte stil- und sprachbildend gewirkt. So konnten sich sowohl Johann Wolfgang von Goethe wie auch Thomas Mann auf ihn berufen. Luther erfand Ausdrücke wie Feuertaufe, Bluthund, Selbstverleugnung, Machtwort, Schandfleck, Lückenbüßer, Gewissensbisse, Lästermaul und Lockvogel. Metaphern wie „Schuppen von den Augen fallen“, „Perlen vor die Säue werfen“, „ein Buch mit sieben Siegeln“, „die Zähne zusammenbeißen“, etwas „ausposaunen“ gehen ebenso auf ihn zurück wie „im Dunkeln tappen“, „ein Herz und eine Seele“, „auf Sand bauen“ oder ein „Wolf im Schafspelz“ und „der große Unbekannte“. Luther hat – zweitens – durch seinen Anspruch, dass jede/r sich ein eigenes Bild vom Glauben machen müsse, dazu beigetragen, die Gewissensfreiheit des Einzelnen zu fördern und jedweden Versuchen von religiöser oder politischer Bevormundung zu widerstehen. Ein Sinnbild für diese Haltung ist sein mutiges Auftreten auf dem Reichstag zu Worms 1521. Zudem hat Luther erstmals und bewusst bei der Veröffentlichung seiner 95 Thesen am 31. Oktober 1517 seinen Nachnamen von „Luder“ in „Luther“, d.h. der „Befreite“ (leitet sich aus dem Griechischen ab) geändert.


Freiheit in Verantwortung vor Gott ist ein Kernbegriff in Luthers Denken. Die Reformation hat – drittens – durch die konfessionelle Vielfalt das politisch föderale System Deutschlands gefestigt und vertieft; die Vormacht der lateinischen Einheitskirche Roms war gebrochen. Der Augsburger Religionsfriede von 1555 qualifizierte für die nächsten Jahrhunderte die konfessionelle Zuordnung jedes einzelnen Untertanen durch die Vorgabe des Landesherrn (cuius regio, eius religio: „wessen Land, dessen Glaube“). Somit wurden indirekt – viertens – erste Schritte zu einer Trennung von Staat und Kirche eingeleitet, die freilich erst durch die Abschaffung des so genannten „landesherrlichen Kirchenregimentes“ (der Landesherr beaufsichtigt die Kirche) in der Weimarer Republik verwirklicht wurde. Seitdem verhält sich der deutsche Staat – anders als etwa im Laizismus, wie er in Frankreich oder der Türkei praktiziert wird – wohlwollend gegenüber allen verfassten Religionsgemeinschaften. Sie regeln ihre inneren Angelegenheiten selbst, werden aber ausdrücklich zur öffentlichen Mitwirkung am Gemeinwesen ermutigt, sichtbar etwa durch kirchliche Kindereinrichtungen, Schulen und Krankenhäuser. Der Staat verhält sich also nicht distanziert neutral, sondern positiv neutral gegenüber den verfassten Religionsgemeinschaften. Mit der Einführung des so genannten Gotteskastens (heutzutage die Kollektendose) wurden – fünftens – erste Schritte zur Einführung einer zunächst kirchlichen, später dann staatlichen Sozialfürsorge umgesetzt. Dass die Bürgerinnen und Bürger selbst und nicht ein kirchlicher Klerus das Sozialwesen (Armenfürsorge) regeln, ist ein Verdienst der Reformation.

 

Ebenso hat die Reformation – sechstens – wichtige Impulse für die allgemeine Schulbildung gegeben. Jungen wie Mädchen haben ein Recht auf Bildung. Auch der Beruf erhält – siebentens – durch die Reformation eine neue, eigene Wertigkeit. Weltliche Tätigkeiten sind der geistlichen Berufung gleichgestellt. Aus der religiösen Berufung (Taufe) leitet sich die weltliche Bezeichnung ‚Beruf’ ab. Weltliche Berufe erhalten somit einen positiven Eigenwert und Nutzen. Das sind einige der vielen möglichen Impulse, die zu Recht von staatlicher und kultureller Seite aufgeführt werden können, um die 500. Wiederkehr des Beginns der Reformation als ein nationales Großereignis zu begreifen. Es geht nicht allein um die Förderung von Tourismus, sondern die Reformation berührt bis heute das Selbstverständnis des Staates. Das sollte uns in der Kirche zu denken geben.

 

3. Das Reformationsjubiläum als Chance zur Positionierung
Die reformatorischen Kirchen sollten das große öffentliche Interesse als Chance begreifen, reformatorische Grundpositionen zu be- und überdenken und ihren Wert für die heutige Zeit zu formulieren. Und zwar nach innen (Kirche) wie nach außen (Gesellschaft). Die Reformation darf zwar nicht auf die Person Martin Luther beschränkt bleiben, das Jubiläum im kommenden Jahr sollte und wird auch in ökumenischer Weite begangen werden, aber zugleich gilt für uns in einer lutherischen Landeskirche doch in besonderer Weise die Herausforderung, sich zu fragen, was es heutzutage heißen kann, evangelisch-lutherisch zu sein. Eine klare Einschätzung wird schwerlich möglich sein, da zum Erbe der Reformation nicht nur die Errungenschaften, sondern auch die Schattenseiten (z.B. Luthers Äußerungen zu den Juden oder seine Haltung im Bauernkrieg) gehören.

 

Der Kulturbeauftragte der EKD Johann Hinrich Claussen (Reformation. Die 95 wichtigsten Fragen, München 2016, S. 158) spricht in diesem Zusammenhang von einer gewissen Janus-Köpfigkeit der Reformation. Einerseits blieb Luther mit seinen Ängsten vor Tod und Teufel noch tief verhaftet im Mittelalter; andererseits schaute er aber auch nach vorn und bereitete mit seinem neuen Denken von Freiheit und Gnade den Weg in die Neuzeit. Luther verkörperte also eine Zeit des Übergangs. Aber er ist und bleibt, wie es der Kirchengeschichtler Thomas Kaufmann (Martin Luther, München 2010, S. 7) zu Recht betont, eine „Jahrhundertgestalt“. Überspitzt könnte man formulieren, wäre Luther katholisch geblieben, wäre er wahrscheinlich schon längst heilig gesprochen. Luther war und ist kein Säulenheiliger, er hatte neben seinen großen Stärken eben auch Schwächen. Er war ein Mensch wie du und ich. Luther will und kann nicht verehrt werden, dafür aber können wir ihn umso mehr in seiner ganzen Bandbreite wahrnehmen. Was an seinem Denken ist für uns von bleibendem Wert? Zunächst muss festgehalten werden: Luthers Welt ist nicht mehr die unsrige. Manche Fragen stellen sich heute anders. Verkürzt könnte man sagen: Das Weltbild hat sich gewandelt und rasant weiter entwickelt, aber der Mensch in seiner Grundbefindlichkeit ist gleich geblieben.

a) Ein erster Anknüpfungspunkt: das reformatorische Menschenbild und die Gnade Gottes (sola gratia)
Ein wesentlicher Anknüpfungspunkt sowohl an die Zeit damals wie auch für uns heute ist das Bild vom Menschen. Wer bist du, Mensch? Woher kommst du, und wohin gehst du? Bist du von Natur aus gut? Bist du ein biologischer Zufall, oder hat (ein) Gott dich geschaffen? Zu diesen Grundfragen menschlicher Existenz müssen wir uns alle verhalten und positionieren, ganz gleich ob wir nun religiös musikalisch sind oder nicht. Im Unterschied zu Luther hat sich die Gottesfrage verlagert; war es für Luther die Suche nach dem gnädigen Gott, so ist es heutzutage vielmehr die Frage, ob es Gott überhaupt gibt. Dennoch bleibt das Thema der Gnade virulent: Wie gehen wir mit uns selbst um, mit all den verschiedenen Leistungsanforderungen des Alltags? Müssen wir uns alles selbst verdienen und erarbeiten? Sind wir allein unseres eigenen Glückes Schmied? Reicht positives Denken, um dem Leben einen Sinn zu geben? Vom wem oder wie erfahren wir Gnade, gerade wenn wir scheitern? Wir alle kennen den Satz ‚Gnade vor Recht’. Er enthält eine zutiefst reformatorische Einsicht. Denn Gott, so lautet die eigene befreiende Erfahrung Luthers in der Lektüre des Römerbriefes, urteilt nicht nach unserer Leistung, sonst hätten wir wenig Gutes vorzuweisen; vielmehr spricht Gott uns gerecht, obwohl wir Menschen so sind wie wir sind. Gnade und Barmherzigkeit werden uns von Gott geschenkt und zugesprochen. Ohne Vorleistung. Wir müssen und können sie uns nicht verdienen. Was Luther von vielen unterscheidet, sei es nun die katholische Ablasspraxis oder der Humanismus eines Erasmus von Rotterdam, ist seine radikal einseitige Sicht des Menschen. Der Mensch kann von sich aus nichts zu seinem Heil tun. Selbst wenn ich mich in lauter guten Taten verzehrte und hätte der Liebe nicht, so würde es mir nichts nutzen, sagt Paulus im 13. Kapitel des Ersten Korintherbriefes. Mit anderen Worten: Gott allein kann uns frei machen. Wir können zu unserem Heil nichts von uns aus tun. Gute Werke folgen der Gnade und gehen ihr nicht voraus. Der Mensch wird erst ganz Mensch, wenn er sich diese Gnade Gottes gefallen lässt. Klassisch reformatorisch gesprochen: sola gratia, allein aus Gnade. Dies ist der Kern der reformatorischen Botschaft; sie ist und bleibt bis heute überaus aktuell und wichtig.

b) Die Bedeutung der Schrift (sola scriptura)
Daraus leitet sich ein weiterer Grundsatz der Reformation ab: sola scriptura, allein die Schrift. Luther hat seine reformatorischen Grundeinsichten durch das Studium der Bibel gewonnen. Wir können uns heutzutage kaum mehr vorstellen, dass die Bibel zuzeiten Luthers ein so gut wie unbekanntes Buch war. Zwar gab es schon erste Bibelübersetzungen vor Luther, aber die Bibel spielte im Alltagsleben der Gläubigen ebenso wie in der Kirche eine nur untergeordnete Rolle. Die Messe wurde auf Latein gelesen; die Schriften der kirchlichen Tradition wie der Philosophie standen viel stärker im Vordergrund. Daher ist das Diktum Luthers, dem Volk aufs Maul zu schauen, für den Zugang zur Bibel so zentral wichtig. Das Volk muss die Schrift selbst lesen (bzw. vorgelesen bekommen) und verstehen können. Während die katholische Lehre die Einheit von Schrift und Tradition betont, verschiebt Luther dieses Gleichgewicht zugunsten der Schrift (und des Bekenntnisses). Das markiert bis heute einen wesentlichen Unterschied der reformatorischen Kirchen zur römischen Kirche.

c) Das „Priestertum aller Glaubenden“
Als dritter reformatorischer Kernpunkt ist das so genannte ‚Priestertum aller Glaubenden’ (oder Getauften) anzuführen. Darin zeige sich, so Thomas Kaufmann, „Luthers kopernikanische Wende“ (Überschrift seines Beitrages in der FAZ vom 28.10.2013, S. 17). In seiner so genannten ‚Adelsschrift’ von 1520 stellt Luther die Kirche gewissermaßen vom Kopf auf die Füße. Luther formuliert: „Alle Christen sind wahrhaft geistlichen Standes, und ist unter ihnen kein Unterschied dann des Amts halben allein. ... Demnach so werden wir allesamt durch die Taufe zu Priestern geweiht. ... Was aus der Taufe gekrochen ist, das mag sich rühmen, dass es schon Priester, Bischof und Papst geweiht sei, obwohl es nicht jedem ziemt, dieses Amt auch auszuüben.“ (Luther, An den christlichen Adel, WA 6, S. 407). Die Kirche ist nicht mehr unterteilt in Klerus (Priesterstand) und Laien (Gemeinde), sondern alle Christinnen und Christen sind vor und durch Gott durch die Taufe gleichgestellt (geistlichen Standes) und berufen. Die Ämter in der Kirche sind nicht mehr hierarchisch geordnet, sondern funktional. Die Gemeinde entscheidet, wer welches Amt und welche Aufgabe übernimmt. Ein Pastor/eine Pastorin wird nicht mehr in einen höheren Stand geweiht, sondern zum Pfarrdienst schlicht beauftragt, sprich ordiniert. Letztlich führt diese reformatorische Grunderkenntnis nicht nur zu einer Gleichstellung von Gemeinde und Ordinierten, sondern auch zu der von Mann und Frau. Zwar sollte es noch ein langer Weg bis hin zur Ordinierung von Frauen in unserer Kirche sein, aber Hamburg darf immerhin darauf verweisen, mit Maria Jepsen die erste lutherische Bischöfin der Welt berufen zu haben. Und zuvor war in Lübeck mit Elisabeth Haseloff die erste Pastorin in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands im Amt.

Diese Form der personellen wie inhaltlichen Mitbestimmung und der gemeinsamen Verantwortung für die Gemeinde führt zu komplexen und oftmals langwierigen Entscheidungsfindungen. Die Stärke des Protestantismus, seine große Bandbreite und Vielfalt, ist zugleich eine Schwäche, wenn die Bereitschaft zur Einigung fehlt, wenn der rechte Geist nicht wehen will. Aber kann in Glaubensfragen überhaupt mehrheitlich entschieden werden? Schließen Glaube und Kompromiss einander nicht aus? Letztlich kann nur an jedem Einzelfall entschieden werden, ob und wann der Status confessionis erreicht ist, d.h. ob zentrale Glaubens- und Gewissensfragen auf dem Spiel stehen. Die Entscheidungsfindung ist im Protestantismus komplex und nicht selten mühsam, aber andererseits wird das eigene Verantwortungsgefühl gestärkt. Die Frage nach dem rechten christlichen Glauben kann nicht von ‚oben’ verordnet werden. Sie muss jede und jeder Einzelne für sich – in Verantwortung vor Gott und dem Gewissen – klären. Diese Verantwortung kann – Gottseidank! – nicht delegiert werden. Der Protestantismus setzt auf die aktive Beteiligung seiner Mitglieder. Insofern kann auch schneller und leichter auf Veränderungen in der Gesellschaft, etwa in den Moralvorstellungen, reagiert werden. Die christliche Botschaft wird sich zu jeder Zeit neu bewahrheiten und bewähren.  

 

4. Zur Zukunft der Reformation
Die Bedeutung der beiden großen Kirchen in Deutschland nimmt ab. Ähnlich wie bei den Parteien, Gewerkschaften und Vereinen sind auch die verfassten Kirchen mit einem Mitgliederrückgang konfrontiert. Unsere Gesellschaft wird immer vielschichtiger und komplexer. Lebensentwürfe sind nicht mehr einfach durch Tradition vorgegeben, sondern sie müssen sich individuell angeeignet werden. Der Kirche wird weniger ablehnend begegnet als vielmehr gleichgültig. Kirche ist nicht mehr relevant. Ob das auch für den Glauben oder gar die Religion überhaupt gilt, ist eine offene und komplexe Frage. Religionen sind dem Markt der vielen Möglichkeiten ausgesetzt; viele zimmern sich aus verschiedenen Religionen und Lebensphilosophien ihr eigenes religiöses Weltbild zurecht. Selbst Kirchenmitglieder nehmen Amtshandlungen wie z.B. Beerdigungen zunehmend weniger in Anspruch.

Wir können gesamtgesellschaftliche Veränderungen und Prozesse nur bedingt beeinflussen. Wir müssen sie aber zur Kenntnis nehmen. Meine Erfahrung und Hoffnung ist, dass die zentrale Botschaft des Christentums weiterhin die Kraft hat, Menschen zu erreichen, zu stärken und zu verändern. Wir müssen weniger über das Evangelium reden als es vielmehr existentiell verkündigen und unter uns lebendig werden lassen. Menschen hungern nach dem befreienden Wort Gottes. Das ist meine Erfahrung in jedem Gottesdienst. Christlicher Glaube ist keine Wellness-Religion, auch keine Garantie für ein gutes und leichtes Leben. Dieser Glaube aber ist eine Kraft, die uns – gerade auch in schwierigen Zeiten – hilft, am eigenen Leben nicht zu verzweifeln, sondern sich getragen zu wissen von einer Liebe, die größer ist als unsere Vernunft und die auch vor dem Tod nicht Halt macht.

 

von Günter Wasserberg, 19.10.2016

 

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